Priska Hinz MdB
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24.11.
2012

WNZ-Kolumne zu Mangel bei Pflegekräften

WNZ-Kolumne zu Mangel bei Pflegekräften

Frage: “Die Bertelsmann-Stiftung hat in einer neuen Studie ermittelt, dass bis zum Jahr 2030 in Hessen über 30000 Pflegekräfte fehlen werden, um den Bedarf zu decken. Wie kann man Ihrer Meinung nach dem Pflegenotstand entgegenwirken?”

Antwort von Priska Hinz:

Eine quantitativ ausreichende und qualifizierte Ausbildung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine gute pflegerische Versorgung. Auch heute fehlen ja schon Fachkräfte und qualifizierter Nachwuchs. Deshalb gilt es, die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern. Hierfür müssen die Rahmenbedingungen geändert werden: Pflege wird nur dann ein Zukunftsberuf, wenn sie von den typischen Merkmalen sogenannter Frauenberufe wie z.B. schlechte Bezahlung, unflexible Arbeitszeiten und wenig Karrierechancen abgekoppelt wird.

Wir brauchen daher dringend eine Aus- und Weiterbildungsoffensive im Bereich der Pflege, um die nötigen Fachkräfte heranzubilden. Deshalb fordern wir ein integrativ gestuftes Ausbildungssystem für die Alten-, Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflege, ein durchlässiges und modular aufgebautes Aus- und Weiterbildungssystem mit einem einheitlichen Anerkennungsverfahren und eine solide Ausbildungsfinanzierung.

Um den Herausforderungen der Pflege in der Zukunft gerecht zu werden, muss die Ausbildung aus einem integrativen System bestehen, d.h. die Zusammenführung der drei Pflegeberufe in eine generalistische Ausbildung über einen Zeitraum von 1,5 bis 2 Jahren mit anschließender Spezialisierung in einem der drei Bereiche Altenpflege, Kinderkrankenpflegeoder Krankenpflege.

Ausbildungsvergütungen und Finanzierungsmodalitäten wie das Schulgeld in der Altenpflege müssen vereinheitlicht werden. Neben den strukturellen Veränderungen, die die Pflege für die Zukunft braucht, um attraktiv, anerkannt und eigenständig zu sein, braucht es bessere finanzielle Rahmenbedingungen. Die Anerkennung und der Wert misst sich auch an den Einkommensstrukturen. Wollen wir, dass die Pflege der Zukunft kein Mangelberuf wird, müssen die dort Beschäftigten über höhere Einkommen verfügen.

Und nicht zuletzt: Ohne eine deutliche Anhebung der Ausbildungskapazitäten, die den zukünftig zu erwartenden Pflegebedarf unserer Gesellschaft gerecht wird, macht die Anwerbung neuer Interessenten für die Pflegeberufe wenig Sinn. Die Alternative, Pflegekräfte aus Spanien oder anderen Ländern anzuwerben, ist nur als zusätzliche Möglichkeit und unter Beseitigung der Sprachbarriere sinnvoll.


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    11 hours ago
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    11 hours ago
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