Soziale Gerechtigkeit und Umweltpolitik vereinen

Ich bin in einem politischen Elternhaus aufgewachsen. Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Veränderungen und die Parteienlandschaft Deutschlands, waren selbstverständlich. Durch diese Gespräche habe ich schon als Kind viel über die Zeit des Nationalsozialismus sowie die daraus resultierenden Lehren aus Völkermord und Krieg gelernt. Deshalb haben wir zu Hause auch viel über den Zusammenschluss der Staaten in Europa und Außenpolitik gesprochen. Das alles hat mich geprägt.

Gedanken darüber, was eine Gesellschaft ausmacht und wie sich mein persönliches Handeln auf andere auswirkt, haben mich von meiner Zeit als Jugendliche immer begleitet.

Durch die vielen Gespräche in meiner Familie und mit Freunden habe ich gelernt, meine eigene Meinung zu bilden und zu vertreten. Meine Eltern haben mich schon als Kind dazu ermutigt.

Ich habe den Beruf der Erzieherin gewählt, weil ich gerne mit Menschen arbeite. Als Erzieherin natürlich in erster Linie mit Kindern und Jugendlichen. Es hat mich gereizt, das Positive, das ich in meiner Kindheit und Jugend erlebt habe, weiterzugeben. Während meiner Ausbildung in Limburg und dem Anerkennungsjahr in einem Kinderheim habe ich gelernt, wie notwendig auch die Zusammenarbeit mit Eltern, staatlichen Behörden und anderen Einrichtungen ist. In meinem späteren Leben in der Politik habe ich festgestellt, dass es auch nicht schlecht ist die pädagogischen Fähigkeiten in anderen Situationen anwenden zu können. Kompromissfähigkeit gepaart mit einem klaren Ziel vor Augen schadet nie!

In der Politik habe ich festgestellt, dass es nicht schlecht ist pädagogische Fähigkeiten in anderen Situationen anwenden zu können. Kompromissfähigkeit gepaart mit einem klaren Ziel vor Augen schadet nie!

Meine Mitgliedschaft war eine folgerichtige Entscheidung meiner Biografie: Eine Partei, die gerne diskutiert. Eine Partei, die soziale Gerechtigkeit zum Kernthema macht und gleichzeitig mit ökologischen Fragen verbindet. Ich habe Unterschriften gesammelt gegen den Bau der Startbahn West. Der Slogan „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“ war für mich schon damals mehr als nur ein Spruch. Dieser rote Faden zieht sich bis zu meiner heutigen Zeit als Ministerin durch.

Meine erste kurze Amtsperiode als Ministerin war geprägt von den Debatten um den Ausstieg aus der Atompolitik. Dazu kamen Erkenntnisse über verstrahlte Castortransporte, die quer durch die Republik fuhren. Der erste Stilllegungsbescheid für das Atomkraftwerk in Biblis wurde zum Ende meiner Amtszeit fertig und ich bin froh, dass ich heute den Abbau endlich politisch begleiten kann.

Ich war gern Abgeordnete – sowohl im Landtag als auch im Bundestag. Die Themen denen ich mich widmen durfte haben meine Erfahrungen und Motivation widergespiegelt: Bildungspolitik in allen Facetten von der Kita bis zur Hochschule. Im Bundestag hatte ich mich zuletzt einer nachhaltigen Haushaltspolitik mit Fokus auf Generationengerechtigkeit verschrieben.

Meine erste kurze Amtsperiode als Ministerin war geprägt von den Debatten um den Ausstieg aus der Atompolitik. Der erste Stilllegungsbescheid für das Atomkraftwerk in Biblis wurde zum Ende meiner Amtszeit fertig und ich bin froh, dass ich heute den Abbau endlich politisch begleiten kann.

Es ist schön und erfüllend in der Regierung spürbare Erfolge für Bürgerinnen und Bürger zu erzielen. Vier positive Entwicklungen für Hessen stehen mir besonders vor Augen, die in meiner Verantwortung als Regierungsmitglied lagen:
Erstens, Hessen ist durch unsere Grüne Regierungsbeteiligung zum Spitzenreiter im Ökolandbau geworden.

Zweitens, wir haben 2015 einen Klimaschutzplan ins Leben gerufen. Dieser nimmt nicht nur den Klimaschutz in den Fokus, sondern auch die Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel.

Drittens, durch uns Grüne in der Regierung erhält der Naturschutz hat endlich den Stellenwert, den er verdient. Der Waldnaturschutz wird durch das FSC-Siegel dokumentiert und wir haben bereits 8 Prozent der Staatswaldfläche aus der Bewirtschaftung genommen.

Viertens, mit dem Masterplan Wohnen stellen wir 1,7 Milliarden Euro für bezahlbaren Wohnraum bereit. Eines der dringendsten Gerechtigkeitsthemen für Bürgerinnen und Bürger, die in hessischen Ballungsräumen leben. Mit diesem Geld können 20.000 Sozialwohnungen für 60.000 Menschen – mit geringem und mittlerem Einkommen – geschaffen werden.

Trotz dieser Erfolge ist noch viel zu tun. Ich möchte die Politik unseres Bundeslandes auch weiterhin gestalten. Hessen soll Ökomodellregionen Deutschlands werden. Der Naturschutz muss in Kooperation mit der Landwirtschaft und dem Naturschutz im Offenland verstärkt werden.
Der Klimaschutzplan wird mit neuen Zielen für 2030umgesetzt und weiterentwickelt. Außerdem gilt es den Wohnungs- und Mieterschutz mit weiteren Finanzmitteln zu verbessern. Wir haben also noch viel vor.

VITA

  • Geboren am 10.03.1959 in Diez an der Lahn
  • Mittleren Reife an der Realschule Herborn 1974
  • Fachschule für Sozialpädagogik in Limburg an der Lahn; Abschluss 1977: Erzieherin
  • 1977 bis 1979 Erzieherin im Kinderheim des Ev. Gemeinschaftsverbandes in Herborn
  • 1979 bis 1982 Erzieherin und Leiterin der Kindertagesstätte Heilig Geist in Frankfurt/Main
  • 1982 Erzieherin in der städtischen Kindertagesstätte Friedrichsdorf
  • 1982 bis 1985 Mitarbeiterin der Landtagsfraktion der GRÜNEN Hessen

POLITISCHE VITA

  • Seit 1980 Mitglied der Grünen
  • 1985 bis 1987 Stadtverordnete in Friedrichsdorf
  • 1985 bis 1989 Mitglied des Hessischen Landtages
  • 1989 bis 1994 Stadtkämmerin und Sozialdezernentin in Maintal
  • 1993 bis 1995 Mitglied im LaVo von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen
  • 1994 bis 1995 Staatssekretärin und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund
  • 1995 bis 1998 Mitglied des Hessischen Landtages
  • 1998 bis 1999 Ministerin für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit
  • 1999 bis 2005 Mitglied des Hessischen Landtages
  • 1999 bis 2000 Fraktionsvorsitzende Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen
  • 2001 bis 2006 Kreistagsabgeordnete des Lahn-Dill-Kreis
  • 2005 bis 2014 Mitglied des Deutschen Bundestages
  • seit 18. Januar 2014 Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz